Über mich


Samer Ismailat

Libanese mit deutschem Pass

 

Beruf:

Sportlehrer an der Ganztagsschule St. Pauli, Basketball-Trainer, Individual-Trainer,

Personal-Trainer

 

Werdegang:

Am 2.12.1982 wurde ich in Beirut, Phoenicia im heutigen Libanon geboren. Der  Bürgerkrieg hielt von 1975-1990 an. Wir hatten nicht vor unsere Heimat zu verlasen. Bis in unmittelbarer Nähe Bomben detonierten.

 

1988 flüchteten wir über Paris nach Hamburg. Mein Onkel war schon ein paar Monate vor uns in Deutschland. Er holte uns am 8.8.1988 ab und brachte uns nach Osteel im Landkreis Aurich. Also viel besser als Paris oder Hamburg...

 

1990 war ich acht Jahre und in der 2. Klasse als meine Lehrerin währends des Sportunterrichts sagte: "Holt euch einen Basketball". Als ich mir einen Ball besorgt hatte fragte ich Sie: "Ok wo ist das Tor und wie spielt man das?" Sie lachte und zeigte auf einen 3,05m hohen Ring mit Netz. Ich dachte: "Wow was für ein schweres Spiel". Lustig ist, dass ich das heute auch noch denke wenn der Ball mal wieder nicht rein will. Basketball war für mich mehr als nur ein Spiel. Dieser Sport gab mir einen Sinn im Leben. Mittlerweile spiele und coache ich über 20 Jahre.

 

Es gab leider keinen Verein in der Nähe der für Kinder training anbot. Somit blieb mir nichts anderes übrig als mit meinen Freunden Streetball zu spielen und alleine zu trainieren.

1997 spielte ich mein erstes Punktspiel in der B-Jugend unter Frank Rosin beim MTV Aurich. Der Verein besaß keinen hauptamtlichen Trainer, viele Trainer kamen, keiner blieb. Somit wurde die Basketball-Abteilung meist von den Herren-Spielern selbst geführt.

 

Als ich 2002 im Herrenbereich des MTV Aurich angekommen war, übernahm ich als Spielertrainer die Mannschaft in der Bezirksliga. Meine vier Brüder waren bereits ebenfalls im Verein und halfen die Herren- sowie Jugendabteilung aufzubauen. Unsere Motivation zogen wir aus NBA Spielen. Ich weckte meine Brüder nachts um 3.00 Uhr (oder wurde selbst geweckt) um die Spiele Live zu verfolgen. Meinen ersten Traum hatte ich schon erfüllt, den Besitz eines Hallenschlüssels.

So trainierte ich immer mehr und immer härter. Nach dem Training ging ich essen und dann zurück in die Halle. Die Handballer aus der 2.Liga trainierten von 20.00 - 22.00 Uhr und sahen mich jedes mal kopfschüttelnd an, als ich wieder reinkam. Tagsüber wartete ich bis die Schulhalle während der Mittagszeit frei wurde, um eine Stunde trainieren zu können. Manchmal nahm ich abends meine Kamera mit, analysierte meine Würfe und machte weiter. Mehr als einmal kamen die Putzfrauen der Schule um 5.00 Uhr morgens und sahen mich gerade aus der Halle verschwinden. Bei Fragen, von welchem Verein ich käme, sagte ich natürlich:   "vom Handball." Ich hatte sechs Basketbälle sichtbar im Netz. Als es dann doch auffiel, dass die Basketballer unerlaubt die Halle nutzten, stand der Vorstand des Vereins immer hinter uns und hob jede Hallensperre wieder auf. Ganze Wochenenden, Feiertage, Geburtstage und sogar Sylvester verbrachte ich dort. Die ersten Jahre hat mich der Hausmeister immer rausgeworfen, als er mich erwischte. Irgendwan sagte er aber: "Ach, besser als wenn ihr draußen nur feiert und trinkt." Ich hatte das Ziel unbedingt Profi zu werden und tat alles dafür. Magic Johnson schrieb in seinem Buch "Mein Leben", dass er manchmal früh am Morgen aufstand und auf den Tagesanbruch wartete, um endlich auf den Freiplatz gehen zu können. Diese Motivation nahm ich als Messlatte. Meine Brüder trainierten oft mit, auch nachts. Es dauerte nicht lange bis ich es schaffte diesen Trainingseifer auch auf andere zu übertragen. Es engagierten sich immer mehr Leute für die Basketball-Abteilung und halfen die Rahmenbedingungen zu verbessern. Wir waren jung, ehrgeizig, wollten uns schnell entwickeln und aufsteigen. Ich begann unsere Spiele aufzeichnen zu lassen (von meinen Brüdern Issa, damals 13, und Musa, 12). Wir machten einen rasanten Fortschritt, führten Statistiken und anylsierten jedes Detail. Videoanalysen vor - und nach dem Spiel. Auch bei Trainingsspielen. Die Schiedrichter Bewertungen waren manchmal zwei Seiten lang. Ich habe die verdammten Pfiffe gezählt. Auf der Suche nach neuen Einflüssen studierte ich die unterschiedlichen Spielstile der Top-Nationen. Ich lernte zuerst die Serbische-Spielphilosphie kennen. 

2003 wechselte ich mit 3 Aurichern in die Oberliga zum TSG Westerstede (Oldenburg). Ein serbischer Coach, Srdjan Klaric (heute Sportdirektor bei den EWE Baskets Oldenburg) brachte uns eine Menge bei. Auf Anhieb gelang der Aufstieg in die Regionalliga. Als Trainer blieb ich parallel beim MTV Aurich aktiv. Am letzten Spieltag überschnitten sich jedoch unsere Spiele. In Westerstede standen wir sicher im Mittelfeld. Drei Ligen darunter in Aurich ging es zum letzten entscheidenen Auswärtsspiel gegen den Tabellenersten. Aurich musste sogar mit mindestens neun Punkten Abstand gewinnen, aufgrund des direkten Vergleichs, um den Aufstieg zu schaffen. Coach Srdjo verstand es. Aber der Abteilungsleiter stellte mich vor die Wahl. "Was ist dir wichtiger? Regionalliga oder Bezirksliga?" Für mich war es klar das ich meinen Brüdern Suna, damals 22, Ahmad 17 und den Rest der Auricher die ich zusammengebracht hatte helfen würde. Ich blieb in Aurich. Der MTV Aurich gewann das Spiel mit zehn Punkten Abstand und schaffte den nächsten Aufstieg in die Bezirksoberliga. Ich entschied mich gegen eine weitere Karieere in der Regionalliga und kehrte als Spielertrainer zum MTV Aurich zurück, schwor aber Rache auf dem Feld. Ich legte dort dem 2.Vorsitzenden mein Konzept vor und bekam positiven Zuspruch. Auf die Frage, ob wir finanzielle Unterstützung bekämen, falls wir in zwei Jahren in die Regionalliga aufsteigen würden, antwortete der 2.Vorsitzende: " Macht mal erst..." Er hielt sein Wort.

 

2004 fuhr ich durch das ganze Land um an der NBA Challenge Drei-Punkte-Wurf Meisterschaft teilzunehmen. Als Hauptsponsor des 3er Shootouts stellte Opel ein Auto für den Gewinner. In acht Städten konnte jeder an der Quali teilnehmen. Über 5000 Werfer, Amateure aber auch Spieler aus der 2. Liga nahmen teil. Ich schaffte es als Hamburger Sieger unter die besten acht des Landes. Das Finale wurde im TV ausgestrahlt. Ich traf 14 von 15 Würfen und besiegte zwei Bundesliga-Spieler im stechen. Das tägliche hatte sich ausgezahlt. Ich gewann einen Opel Meriva und konnte mich der beste Shooter des Landes nennen. 2005 gab es sogar einen Opel Tigra zu gewinnen. Unter den besten acht Werfern des Landes 2005 waren zwei meiner Brüder, Issa (München Gewinner), Ahmad (Köln Gewinner) und ich erneut als Hamburger Sieger dabei. Leider schaffte es diesmal keiner von uns. Ahmad wurde knapp zweiter. Issa (als einziger 16 jähriger der es je in Finale schaffte) war 8. Ich war dritter. 2005 und 2006, beim BBL All Star Game Shootout gegen die fünf besten Werfer der 1.Liga, gewann ich die Quali, wurde aber im Finale jeweils dritter. 2012 qualifizierte ich mich erneut zum BBL All Star Game, belegte aber nur den 6. Platz. 2015 schaffte ich es wieder die Quali zu gewinnen. Belegte aber auch nur den 5. Platz im Finale.

2005/2006  führte ich den MTV Aurich, nur mit Eigengewächsen, zu zwei weiteren Aufstiegen bis in die Regionalliga. Leider waren wir auch am Zenit unserer Möglichkeiten in Aurich angekommen. Meine Spieler verließen nach und nach die Region. Von dem 12er Spielerkader, den ich in der Bezirksliga trainierte, schafften es fünf Spieler in die 2.Bundesliga, fünf spielten weiter in Regionalligen und meine zwei jüngsten Brüder, Issa und Musa, schafften es in NBBL (U-19 Jugend-Bundesliga).

Das sind für mich echte Auszeichnugen.

2007 ging mein großer Traum in Erfüllung. Nachdem ich zwei Saisons hintereinander acht dreier im Schnitt bei 45% versenkte, wurden Teams aus der 2. Liga auf mich aufmerksam. Ich konnte aber kein Angebot annehmen da ich bis dahin keinen deutschen Pass besaß. Ein Anruf einer Person aus Aurich änderte dann alles. 18 Jahre hat es gedauert bis wir die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen durften. Mit dem deutschen Pass wechselte ich in die 2.Bundesliga zu den Cuxhaven Bascats. Der damaligen Trainer Vilmantas Matkevicius aus Litauen hatte genau die Spielphilosophie die mir gefiel. Ich habe unter Ihm in Cuxhaven eine Menge gelernt. Sein Sohn Benas war dort Assistenz-Trainer und für das Scouting zuständig. Heute ist er unter anderem als Scout für die Boston Celtics tätig. Wir sind noch heute in Kontakt. Cuxhavens Etat war in dem unteren Tabellendrittel der Liga anzusiedeln. Wir überraschten bei der Spielerauswahl und stiegen sportlich in die BBL (1.Liga) auf, konnten aber den Aufstieg aus finanziellen Gründen nicht wahrnehmen. Dort übernahm ich auch die 2.Herren, die Jugendteams der U-16, U-12 und gab an mehreren Schulen Basketball-Kurse.

2009 bekam ich eine noch größere Chance. Eine Spieler Agentur aus Beirut/Libanon kontaktierte mich an um mir ein Angebot zu unterbreiten. 1.Liga in Beirut und Probetraining in der Nationalmannschaft vom Libanon (die bei der Basketball WM in der Türkei 2010 dabei waren). Ich unterschrieb bei den Beirut Blue Stars. Das Team wurde jedoch noch während der Saison abgemeldet nachdem ein Streik vor dem Spielbetrieb sehr viel Chaos hinterließ. Drei Teams lösten sich auf. Mein Vertrag wurde nicht ausgezahlt. Ich fing an die deutsche Vertragssicherheit zu vermissen und wollte zurück nach Deutschland. Das nächste Angebot kam aus Spanien. Um mich fit zu halten trainierte ich in Aurich, weil ich dort jederzeit Zugang zu einer Halle hatte. Ich half noch ein paar Spiele bei meinem alten Verein aus aber ohne erfahrene Trainer und genügend Spieler stiegen Sie Jahr für jahr ab. Bis Sie schließlich die Basketball-Abteilung abmelden mussten. Wir hatten beim MTV Aurich die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte. Danke an alle die damals mitgewirkt haben!

 

2010 stand ich vor dem Wechsel in Spaniens 2.Liga zum FC Barcelona II, verletzte mich jedoch in der Saisonvorbereitung schwer und hospitierte den Rest der Saison als Assistenz-Trainer beim 1.Liga Team unter dem Top Trainer Xavier Pascual (Gewann in seiner Amtszeit 2008, Liga, Pokal und Euroleague). Ich traf sogar Ex-FC Bayern Trainer Svetislav Pesic dort (auch er gewann 2003 alle drei großen Titel mit Barcelona). Er gehörte meiner Meinung nach zu den Top Trainern in Europa und hatte mit Jugoslawien die WM in den USA 2002 gewonnen. Er ist jedes Jahr eine bestimmte Zeit dort. Nachdem ich zu Ihm sagte: "Coach, hilf mir ich brauch ein Team! Ich bin Profi-Spieler. Ich werde spielen bis ich nicht mehr laufen kann!", sagte Er: "Solche Leute brauchen wir als Coach. Werde Coach. Kannst du noch länger machen." Dann ging er wieder. Überall wo ich war bot man mir einen langfristigen Trainerposten an. Als Spieler immer nur Einjahresverträge.

 

2011 beendete ich meine Spielerkarriere, um meiner wirklichen Berufung nachzugehen. Mein eigentlicher Plan war es, solange professionell Basketball zu spielen bis ich nicht mehr laufen kann, um dann in die Rollstuhlliga zu wechseln und weiterzuspielen. Erst danach wollte ich meine Karieere als Trainer und Sportdirektor fortsetzen. Etwas anderes stand nie zur Debatte. Ich kam wieder zurück nach Deutschland. Diesmal um zu bleiben. Es kam nur eine Stadt in Frage. Hamburg. Das Potenzial in dieser Stadt überzeugt schon allein bei der Vorstellung. In der Region spielen circa 6000 Basketballer in 35 Vereinen Basketball. Darunter vier Jugend-Bundesligateams, mit einigen Nationalspielern. Peinlich für die schönste Stadt des Landes war, dass es seit 2002 (BCJ Tigers) kein 1. Liga-Team gab . Die Stadt bietet alles was notwendig ist um den hochklassigen Basketballsport wieder zurück zu holen. Die Hallensituation ist gut. Die Begeisterung und eine Sehnsucht nach dem Spiel ist vorhanden. Rist Wedel  und die Itzehoe Eagles spielen ebenfalls in (Pro B / 3. Liga). Stade, Eimsbüttel und Bergedorf spielen in der 4. Liga / 1. Regionalliga. 2014 kauften sich die neu gegründeten Hamburg Towers direkt in die Pro A / 2. Liga ein. Die Geschäftsführer der 2. Bundesliga und der Liga-Boss stimmten ab und waren sich einig, dass es dem Sport und der Liga helfen würde wenn sie Hamburg eine Wildcard geben würden. Die Towers aus Wilhelmsburg schafften es in den ersten beiden Jahren bis in die 1. Playoffrunde. 2016 und 2017 verpassten sie die Playoffs. Trotzdem war die Halle stets gut gefüllt. 2018 kam dann der Umbruch. Ein neuer Trainer, neues schnelleres Spielsystem und ein fast komplett neues Team. Man sah den Unterschied im Spielsystem deutlich. Mike Taylor spielt schon immer diesen Stil, den ich seit Jahren verteitige. Ich kenne ihn noch gut aus seiner Zeit bei Ulm, 2003 -2011. Damals spielten nur wenige Teams schnellen Basketball in der Bundesliga. Er blieb seiner Philosphie immer treu. Ein absoluter Top-Trainer. Diese Saison hat es mir Spaß den Towers zuzusehen. Meine Prognose vor der Saison ging auf. Sie haben Chemnitz in in der best-of-5 Serie besiegt und sind in die BBL augestiegen. Nach 17 Jahren gibt es wieder 1. Liga Basketball in Hamburg.

 

2012 stand ich wieder für ein paar Spiele auf dem Parkett beim VFL Stade (1. Regio/ 4. Liga). Ein großer Verein mit über 5100 Mitgliedern. Gegründet 1850. Coach Mathias Weber war auch ein Grund warum ich es dort nochmal versuchte.

Danach hielt ich mich bei verschiedenen Clubs in Hamburg fit. Nur als einfacher Shooting Guard der auch mal den Ball bringen konnte. Ich vermisste das coachen.

 

2013 übernahm ich die 1.Herren der Basketball-Abteilung des Vereins Galatasaray Hamburg e.V. Ich wollte eine Kooperation mit einem bekannten Fußball Club eingehen um mehr Jugendspieler anzulocken. Es klappte auch. Bei unseren Camps freuten sich die Kinder als Sie Galatasaray hörten.

 

2014 war ich auf der Suche nach Spielern die mir auch in unter-klassigen Ligen helfen würden. Zum Glück hab ich vier Brüder die auch ohne Training immernoch Regionalliga-Niveau spielen. Wir schafften den sportlichen Aufstieg auf Anhieb. Zudem machten unsere Basketball-Camps auf sich aufmerksam. Das Hamburger Abendblatt schrieb eine ganze Seite über meine Streetworker Tätigkeit. Im ZDF Magazin "Drehscheibe" wurde ein sieben Minuten Bericht über unsere  Integrationsarbeit und unser ambitioniertes Vorhaben, jedes Jahr aufzusteigen, berichtet. Bei den Basketball-Camps fanden sich viele junge Talente die eins suchten, einen Trainer der sie nicht auslacht und wegschickt sondern ihnen hilft das zu erreichen wovon ich selbst jahrelang geträumt habe. Profi zu werden. Leider scheiterte das Galatasaray Hamburg Projekt nach nur einem Jahr.

2015 haben wir es endlich geschafft unseren eigenen Verein zu gründen.

 

St.Pauli Bats e. V.  stpaulibats.de

 

Ein reiner Basketball-Verein dessen Vorstand nur aus Herzblut Basketballern besteht und dessen langfristiges Ziel nicht nur Basketball-Bundesliga ist sondern auch Integrationssarbeit und Jugendförderung zu leisten.

      

 

2016/2017 starteten die 1.Herren der St. Pauli Bats in der Kreisliga in Hamburg und schafften direkt den ersten Aufstieg. Die Heimspiele wurden in der Budapester Str. 58, direkt neben dem Millerntor Stadion ausgetragen. Für mich persönlich, war es das schlimmste Jahr meines Lebens. Ich verpasste die gesamte Saison und die ersten 3 Spiele der Saison 2017/2018. Warum genau erfahren sie in der Langzeit-Doku über uns. Wir drehen eine Langzeit-Doku über unsere Jahre bis ganz nach oben. Dafür haben wir keine Zeitvorgabe.Die erste Saison begann mit einem Drama dass sich noch zum Guten wendete.

 

2017/2018 waren wir im Dezember 2017, auf einem Aufstiegsplatz in der Bezirksliga. Der zweite Aufstieg in die Stadtliga schien klare Sache zu sein. Dann hatten wir ein organisatorisches Problem. Nicht ungewöhnlich für einen neu-gegründeten Verein. Eine Abgabfrist wurde nicht eigehalten. Den Grund dafür erfahren sie in der Doku. Daraufhin durften wir in der Saison 2017/2018 nicht weiterspielen. Ich wusste davon nichts und musste mich erstmal erkundigen was wir denn falsch gemacht hätten? "Die Abgabefrist wurde nicht eingehalten". Es war nicht mehr rückgängig zu machen. Wir wurden nicht nur in der Tabelle gestrichen. Wir mussten auch wieder runter in die Kreisliga. Diese Entscheidung zwang mich in die Knie. Ich hätte nicht gedacht dass die Saison 2017/2018 schlimmer werden könnte als die vorherige Saison. Für meine Spieler war es ebenfalls ein harter Schlag. Ich konnte es ihnen nicht verübeln. Keiner konnte sich nochmal überwinden in der Kreisliga zu spielen. Nur noch Nico Agius und mein Bruder Issa blieben übrig.

 

2018/2019 musste ich nun zeigen wie ich mit solchen Rückschlägen umgehe. Meinen Jugendspielern und Schülern sage ich immer, ihr begegnet jeden Tag mehrfach einer Frage. Kampf oder Flucht? Niemand schafft es immer Kampf zu wählen. Ihr müsst einmal mehr kämpfen als fliehen und ihr werdet es schaffen. Ich bin für sie ein Vorbild. Ich werde niemals aufgeben. Also organisierte ich mehr Hallenzeiten auf St. Pauli und trainierte selbst wieder härter. Der Neuaufbau war schwer. Es gelang mir erst in letzter Sekunde eine Mannschaft zusammenzustellen aus Spielern die ebenfalls etwas neues starten wollten. 3 Spieler aus der Oberliga entschieden sich mir zu helfen. Sie hätten noch locker in der Oberliga oder 2. Regionalliga Teams finden können. Ich sagte ihnen, dass ich auch in der Kreisliga Videoanalysen und Satstistiken mache. Einer unten ihnen war Tomas Velminskas. Ein Spieler, der bei mir vor 14 Jahren beim MTV Aurich angefangen hat Basketball zu spielen. Mit knapp 100 Punkten im Schnitt und 55 Punkten die wir im Schnitt kassierten gewannen wir ungeschlagen die Meisterschaft. Es ist das stärkste St. Pauli Bats Team der letzten 3 Jahre.

 

Einer der Hauptgründe warum wir St. Pauli ausgewählt haben ist die Fan-Bewegung hier. Wenn Sie mal bei uns zuschauen oder uns unterstützen wollen schreiben Sie uns an. Wir wollen Jahr für Jahr aufsteigen und uns unseren Erfolg erkämpfen und verdienen. Aktuelle news  gibt es auf unserer Vereins-Homepage :  stpaulibats.de